Sabine Heinrich: Sehnsucht ist ein Notfall

Und ob!

 

Sabine Heinrichs Debüt ist ein absolut lesenswerter Roman über das große Dilemma der Generation 30+. Wo wollen wir hin und wann können wir nicht mehr zurück? Wie entscheidet man sich am richtigsten und wer ist überhaupt der Richtige?

Eva lebt seit ein paar Jahren in einer mehr oder weniger glücklichen Beziehung. Sie wünscht sich eine Familie, er noch nicht. Eigentlich ist das Thema vom Tisch, doch dann trifft Eva Tobias und seinen Sohn und stolpert Hals über Kopf in eine Affäre mit Tobias, der ihr all die Aufmerksamkeit zeigt, die sie sich schon lange wieder von ihrem Freund Johannes wünscht. Zur gleichen Zeit ruft Evas Oma an und berichtet, dass sie sich vom Opa trennen wird. Nach all den Jahren endlich auf eigenen Füßen stehen.

Das Gefühlschaos ist perfekt und so beschließen die beiden Frauen ans Meer zu fahren und wenn schon Meer, dann bitte gleich Italien. Denn das hat Oma noch nie gesehen!

Fazit:

Ein schöner Roman über die Gefühle der Generation Zweifel. Denn wenn einem alle Türen offen stehen, kann man auch viele Fehler machen.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, auch wenn einen zwischenzeitlich doch die Frage packt, warum Eva nicht mit den Männern redet. Aber wer kennt das nicht, dass reden nicht immer hilft… Die typisch derbe Sprache Heinrichs kommt auch im Roman durch. Trotz allem ein lesenswertes Buch.

 

Eva Lohmann: Kuckucksmädchen

Ein ähnliches Thema packt Eva Lohmann in ihrem zweiten Roman an.

Die 30jährige Wanda lebt in einer Beziehung, kann sich aber nicht festlegen. Sie hat Angst Entscheidungen zu treffen, die sie nicht mehr rückgängig machen kann. Soll sie bei ihrem Freund Jonathan bleiben, der ihr gerade einen Heiratsantrag gemacht hat und gerne eine Familie mit ihr gründen möchte oder wird sie etwas verpassen, ja hat sie möglicherweise bereits Fehler begangen, indem sie ihre Exfreunde verlassen hat? Zweifel packen die junge Frau und sie beginnt eine Rückwärtssuche zu ihren Beziehungen aus alten Tagen. Nach und nach trifft sie ihre Exfreunde und schaut sich an, was heute ihr Leben sein könnte.

Ein Buch zum Schmunzeln und Leiden. Auch hier wieder ein Abbild all der Zweifel der über Dreißigjährigen. Nach „Acht Wochen verrückt“, den Eva Lohmann mit vielen autobiografischen Ereignissen anreicherte, ist „Kuckucksmädchen“ ihr erster nicht auf wahren Begebenheiten beruhender Roman. Auch wenn man die Handlungen der Protagonistin nicht immer nachvollziehen kann, so merkt man doch all ihre Zweifel und Sehnsüchte.

 

Beide Romane haben mir gut gefallen, da sie die Gefühle und Zweifel meiner Generation ansprechen. Sie sind kurzweilig und schnell zu lesen und dennoch bleibt ein Stück hängen, wenn man die letzte Seite gelesen hat.

 

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